Der VESO baut sein Angebot aus

Im Winterthurer Quartier Gutschick eröffnet der VESO im September ein neues Wohn- und Beschäftigungsangebot für ältere Personen mit psychischer Beeinträchtigung.

Hans Peter Haeberli, Präsident des VESO, strahlt über das ganze Gesicht: «Mit der Eröffnung unserer ‹Alters-WG› geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung.» Kantonsweit und so auch in der Region Winterthur fehlen Angebote für ältere Menschen mit psychischer Beeinträchtigung. Haeberli: «Für das Altersheim sind die Betroffenen schlicht zu jung, und die bestehenden sozialpsychiatrischen Beschäftigungs- und Wohnangebote sind primär auf jüngere Menschen vor dem Pensionsalter ausgerichtet.» Deshalb verfolgt der VESO bereits seit einigen Jahren das Ziel, ein entsprechendes bedürfnisgerechtes Angebot auf die Beine zu stellen.


Unterstützung durch  den Kanton

Die Basis für das neue Angebot legte die von der Regierung  bereits im 2013 genehmigte kantonale Bedarfsplanung. Im Rahmen dieser Planung wurde auch das vom VESO eingereichte ‹Alters-Projekt›, eine Wohngemeinschaft und Tagesstätte für Personen ab 55 Jahren genehmigt. Aber nachher stockte die Umsetzung. Haeberli: «Ursprünglich wollten wir das Projekt im Sunnehus umsetzen.» Da die Stadt aber für die Räumlichkeiten einen anderen Bedarf sah, musste die Institution die ganze Planung nochmals aufgleisen. Diego Farrér, seit 2015 Geschäftsleiter des VESO: «Die Absage der Stadt im Januar 2015 zwang uns wieder bei Null anzufangen. Dies entpuppte sich im Nachhinein aber sogar als Glücksfall. Bereits im Februar hatten wir die erste Sitzung mit der TALGUT.» 

Neubau der Wohnbaugenossenschaft TALGUT

Die Wohnbaugenossenschaft TALGUT zählt wie andere Firmen und Private bereits seit Jahren zu den treuen Kundinnen und Kunden des VESO. Eine der zahlreichen Abteilungen des VESO ist für die Reinigung und Hauswartung zahlreicher Liegenschaften zuständig. Durch den bestehenden guten Kontakt erfuhr der VESO auch davon, dass die TALGUT an der Hörnli-/Tösstalstrasse einen Neubau in Planung hatte. Und dann ging alles sehr schnell. Die Verantwortlichen der TALGUT liessen sich für eine Zusammenarbeit begeistern und involvierten den VESO in die Planung des neuen Gebäudes. Farrér: «Das eröffnete uns ganz neue Planungsmöglich keiten, wofür wir sehr dankbar sind. Im ‹Sunnehus› hätten wir uns einem Umbau mit einigen Herausforderungen und beschränkten Möglichkeiten stellen müssen. Im Neubau der TALGUT konnten wir von Grund auf neu planen». So verfügen alle 15 Einzelzimmer über ein eigenes integriertes Bad mit Lavabo, WC und Dusche. Und im Erdgeschoss hat es eine Tagesstätte, in welcher malen, Gesellschaftsspiele, lesen oder auch einfach nichts tun möglich ist. Ganz nach dem Konzept, welches für ältere Personen gilt: Man darf, aber man muss nicht.

Ressourcen erhalten

Die Tagesstätte ist von Montag bis Freitag geöffnet und kann ganz- oder halbtags besucht werden. Sie ist in erster Linie ein integriertes Angebot für alle WG-Bewohnerinnen und -Bewohner. Darüber hinaus steht sie weiteren Menschen mit psychischer Beeinträchtigung offen, die eine Tagesstruktur benötigen. Die Wohngemeinschaft ist ganzjährig und während 24 Stunden betreut. Das Betreuungskonzept ist darauf ausgerichtet, persönliche Ressourcen zu fördern und so lange wie möglich zu erhalten. VESO Geschäftsleiter Diego Farrér: «Man kann zum Beispiel beim Kochen mithelfen oder Haushaltsarbeiten erledigen.» So sollen Betroffene so lange wie möglich im Gutschick bleiben können, bis aufgrund einer hohen Pflegebedürftigkeit der Übertritt in ein Pflegeheim nötig ist.